Freiwillige berichten:

SO WARS AUF DEN BAUCAMPS...

#1 Bernhard

 

Es waren nur flüchtige Augenblicke...

 

... als ich auf meinem ersten Baulager 1971 im Elsass eine Wiese mähen sollte und mir die Sense brach - und dann das befreiende Lachen, als meinem Bauorden-Kollegen genau das gleiche Missgeschick passierte... 

 

... als wir uns im Calais zu dritt eine alte Klapperkiste für eine Spritztour ausborgten und diese auf einer langgezogenen Steigung "den Geist aufgab"... und als uns der Leiter dieses Ferienlagers für bedürftige Kinder ohne viel Aufhebens verzieh, weil ihm unsere Arbeit für seine Schützlinge wichtiger war...

.... als ich auf einem Baulager in Brüssel das erste Mal meiner späteren Lebenspartnerin begegnete, ohne zu ahnen, dass dieser Augenblick der wichtigste meines Lebens sein würde...

 Es waren viele solcher Augenblicke und Eindrücke, die ich dem Bauorden zu verdanken habe und die mein Leben mitgeprägt haben: das Gemeinschaftserlebnis einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von Freiwilligen, die bei sozialen Projekten mithilft; die Erkenntnis, mit wie wenig man benachteiligten Menschen helfen und Auftrieb geben kann - und dabei war es oft simple Zuwendung, die am wichtigsten war...

Was Solidarität mit schwachen sozialen Gruppen, genauer gesagt mit Menschen, bedeutet und wie viel von diesen Menschen an Dankbarkeit zurück kommt, das habe ich beim Bauorden erlebt. Insofern waren es zwar nur "flüchtige Augenblicke", sie waren jedoch als eine lange, lange Kette von solchen Augenblicken prägend und unvergesslich für mein Leben!

 

Bernhard Fellner

auf unzähligen Baucamps an verschieden Orten :)

 

 

Die grüne "Baustelle" in Ischias Bergen
Die grüne "Baustelle" in Ischias Bergen

#2 Eva Maria

 

Die Anreise verlief problemlos. Sonntag Nachmittag in Ischia mit der Fähre angekommen wurde ich von Giovannangelo, einem der Projektbetreuer, abgeholt und in eine seeehr noble Unterkunft gebracht - nämlich in der 4-Sterne-Hotel seines Vaters!!

Letztendlich waren wir nur ein kleines Grüppchen von vier Leuten: einem pensionierten Lehrer und Schreiner aus der Pfalz, einer tunesischen Studentin die in Aachen wohnt, meine Wenigkeit und unser italienisches Küken, das mit 18 Jahren schon die meisten Einsätze von uns allen auf dem Buckel hatte! Abends kam dann noch Alexandra hinzu, eine gebürtige Linzerin, die es vor 25 Jahren der Liebe wegen nach Ischia verschlagen hatte und einen wesentlichen Anteil zur Gründung der Alpenvereinssektion auf Ischia vor sechs Jahren beigetragen hat.

 

Am Montag ging es los, war alle waren gespannt auf unseren ersten Einsatz und was uns erwarten würde. Zuerst gab es typisch italienisches Chaos, es musst nämlich erst das nötige Werkzeug zusammen gesammelt werden bzw. auf dem Weg zum EInsatzort von Freunden ausgeliehen werden. Das braucht seine Zeit. Dann wurde auch langsam klar, was uns diese Woche erwarten würde: da die Insel ein beliebtes Wandergebiet vor allem für Touristen ist und in der Woche nach unserem Aufentahlt eine ganze Reihe geführter Wandertouren veranstaltet werden sollten, lag es an uns, einige dieser Wege wieder begehbar zu machen, von Brombeerranken und abgestorbenen Bäumen und Ästen zu befreien, sowie das üppig gewachsene Gras mittels Motorsense wieder in seine Schranken zu weisen. Die Arbeit war körperlich teilweise sehr anstrengen, da man es einfach nicht gewohnt war, stundenlang mit Schaufel, Rechen und Hacke zu arbeiten. Da wir jeden Tag an einem anderen Ort zugange waren und die Wege ja immer auf den Berg hinauf führten, hatte man jeden Tag einen atemberaubenden Ausblick auf den westlichen Teil der Insel, der für die viele Mühe und Blasen schnell wieder entschädigte. Ebenso das tägliche Lunchpaket, das uns vom Hotel zur Verfügung gestellt wurde.

Ein Highlight war definitiv auch die offizelle Ankündigung der Wanderwoche seitens der Gemeinde Forio am Donnerstagabend, an dem u.a. auch die Tourismusbranche  und der Vizebürgermeister über aktuelle Projekte zu berichten hatten. Wir vier wurden ebenfalls kurz interviewt und haben es damit sogar in einen Onlineartikel der Tageszeitung "La Repubblica" geschafft! Welche Ehre!

 

Abschließend kann man sagen, dass das Projekt gut organisiert war, es gab keine Verletzten oder Unfälle, die Projektleiter - allen voran Alexandra - haben sich sehr um uns gekümmert und hatten alles fest im Griff. Sollte das Projekt nächstes Jahr wieder zustande kommen, wäre ich auf alle Fälle wieder mit dabei!!

Einziger Wermutstropfen war vielleicht, dass wir keine einzige Steinmauer gebaut oder wieder aufgeschichtet haben, wie es in der offiziellen Beschreibung stand. Dazu wäre leider die Anwesenheit eines Sachkundigen von Nöten, da die Mauern bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen, wie z.B: einen bestimmten Neigungswinkel.


Auf alle Fälle Daumen hoch für diese Projekt und weiterhin gutes Gelingen allen Teilnehmenden und Verantwortlichen der Bauordenprojekte! Liebe Grüße!

 

Eva Maria Schauer

auf Baucamp in Ischia im April 2018

Wir erneuern die Decke
Wir erneuern die Decke

#3 Lisa

 

Am 24.06.2018 startete das Baucamp in Heiligenkreuz am Waasen in der Nähe von Graz.  Im Haus der Stille, unserer späteren Baustelle, wurden wir sofort freundlich empfangen und es erfolgte gleich das erste Kennenlernen und Erkunden des Geländes.

 

 

Das Haus der Stille ist ein Ort, an dem Menschen jeden Alters, jeden Glaubens und verschiedener Herkunft ihren Platz finden. Sie leben zusammen als Gemeinschaft, die miteinander feiert, betet und meditiert. Wir waren für die zwei Wochen des Bauprojektes sozusagen ein Teil dieser großen Familie.

 

In der ersten Woche waren wir zu viert mit unserer professionellen Unterstützung, Wolfgang. Im Arbeitsprofil des Bauordens war als Arbeitsbereich zwar „Erneuerung des Fußbodens“ als Tätigkeitsbereich angegeben, jedoch sammelten sich natürlich noch viele andere Arbeiten an, die zusätzlich noch erledigt werden mussten. So wurde nicht nur ein neuer Fußboden verlegt und Sesselleisten angebracht, sondern auch Kästen restauriert, Wände ausgemalt und Türstöcke auf das neue Fußbodenniveau gesetzt - und das waren erst die Arbeiten im Speisesaal ;)

 

 

Um eine bessere Erreichbarkeit zu den Räumen des Paters zu gewährleisten, wurde eine neue Türe zum Garten hin versetzt. Auch in diesen Räumlichkeiten haben wir wieder fleißig verputzt, gestrichen und verlegt.

 

Da das Haus der Stille zum großen Teil nur von Spendengeldern lebt und für jede helfende Hand dankbar ist, kamen in der zweiten Woche noch zusätzlich 20 Freiwillige jeden Alters, die halfen, das Haus, durch Reinigungs- und Gartenarbeit, wieder auf Vordermann zu bringen.

 

Obwohl wir Helfer das Wochenende nicht im Haus der Stille verbrachten, konnten wir dennoch kleine Unternehmungen nach der Arbeit einplanen wie zum Beispiel einen Ausflug zum Badeteich und einen Besuch im nahegelegenen Maribor.  Auch die Spieleabende oder entspanntes Zusammensitzen und Musizieren war sehr nett.

 

Lisa Kurz

auf Baucamp in Heiligenkreuz a. W. im Juni/Juli 2018

 

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